Verfahren zur schnellen und wirksamen Optimierung
der Projekt-Kommunikation
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Der folgende Artikel ist basiert auf dem Vortrag
von Dr. Michael Homberg, den er im Rahmen der Veranstaltung der
Regionalgruppe Ruhrgebiet der GPM Deutsche Gesellschaft für
Projektmanagement e.V. hielt: |
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Termin: 05. März 2002, 18:00
Thema: "Verfahren zur schnellen und wirksamen
Optimierung der Projekt-Kommunikation"
Referent: Dr.
Michael Homberg, Management-Beratung Dr. Homberg, Weidenberg
Ort: UUNET Deutschland GmbH, Sebratweg 20,
Dortmund
Anmerkung des Autors:
Dieser Artikel diente als Basis für den
nahezu unverändert übernommenen Bericht in den PM-Nachrichten
Ausgabe Nord/West vom 12.04.2002, Seiten 3 und 4.
Herausgeber der PM-Nachrichten ist die GPM
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., Nürnberg,
www.gpm-ipma.de.
Dieser Artikel der PM-Nachrichten steht leider
nicht online zur Verfügung. Da ich schon mehrfach um ein
Handout zu diesem Seminar gebeten wurde, veröffentliche
ich das Original nun an dieser Stelle.
Verfahren zur schnellen und wirksamen Optimierung
der Projekt-Kommunikation
Am 05. März 2002 hielt Dr. Michael Homberg,
Management-Beratung Dr. Homberg, einen Vortrag zum Thema: "Verfahren
zur schnellen und wirksamen Optimierung der Projekt-Kommunikation".
"Schlechte Kommunikation führt zu
großer Frustration im Projektteam. Außerdem wird
viel Geld und Zeit verschwendet," zeigte Michael Homberg
in seinem Vortrag in Dortmund.
Eine gute Projektkommunikation führt
das Projektteam ohne Mehrarbeit zur deutlichen Leistungssteigerung,
zur Kostensenkung, zur Arbeitszeit-Ersparnis, zur Projekt-Transparenz,
und nicht zuletzt zu wesentlich mehr Freude bei der Teamarbeit.
Dr. Homberg erläuterte Verfahren, die
zur guten Projektkommunikation führen. Anschließend
ging er kurz auf zwei EDV-Programme eingehen, mit denen die Abläufe
unterstützt werden können.
Kommunikationsprobleme: was die Kommunikationswissenschaftler
meinen
Wie kommt es, dass die Kommunikation nicht
immer glatt läuft? Gibt es hier vielleicht sogar Probleme,
die immer wieder auftauchen? Die praktisch unvermeidlich sind?
Die Kommunikationswissenschaftler zeigen uns
klare Modelle, mit denen deutlich wird, dass Kommunikationsprobleme
vor allem dann unvermeidlich sind, wenn neue Projektteams gebildet
werden, deren Mitglieder sich noch nicht kennen.
Besonders plastisch wird dies im 4-Ohren-Modell
von Friedrich Schulz von Thun (Miteinander Reden, Störungen
und Klärungen; 1981) und über das Rohari-Fenster (Ingham,
Harry; Luft, Joseph: The Johari Window. Los Angeles, 1955).
Abbildung 1: Die vier Seiten einer
Nachricht
Abbildung 2: Das 4-Ohren-Modell in
der Praxis
Was bedeuten diese und viele weitere Erkenntnisse
der Kommunikationswissenschaftler für Projektteams?
Erstens müssen Projektteams grundsätzlich
Kommunikationsprobleme erwarten und dies auch von Anfang an berücksichtigen.
Z. B. mit entsprechender Einplanung von Zeit und Kosten.
Zweitens gibt es einen Teambildungsprozess.
Dieser läuft nach einem bestimmten Schema ab, und der lässt
sich durch entsprechende Maßnahmen positiv beeinflussen.
Dieser Teambildungsprozess ist vor allem dann wichtig, wenn sich
ein Projektteam neu trifft. Verstärkt wird dies dann, wenn
es sich um ein sogenanntes "virtuelles" Team handelt,
das z. B. weder ortsfest zusammensitzt noch komplett Vollzeit
am Projekt arbeitet. Also Diener vieler Herren ist und vielleicht
sogar weltweit verstreut sitzt.
Sobald der Projektleiter diese Rahmenbedingungen
kennt, hat er die Möglichkeit, aktiv und erfolgreich in
den Teambildungsprozess einzusteigen und dann schnell und effizient
zu optimieren.
Vorausgesetzt, das er dies auch will. Erst
dann ist der erste Schritt zur deutlichen Verbesserung der Kommunikation
gemacht: Kommunikation hat viel mit Wollen zu tun.
Der zweite Schritt ist das Können der
Kommunikation. Dass es hier manchmal große Verbesserungspotentiale
gibt, zeigen folgende Statements:
Sand im Getriebe
Kommen Ihnen die folgenden Sätze bekannt
vor?
- "Ich wusste nicht, dass es das Protokoll
gibt. Das hat mir keiner zugemailt."
- "Ich habe leider an der veralteten Version
gearbeitet..."
- "Ich kannte den Termin der Besprechung
nicht."
- "Was, es gab eine Tagesordnung? Die
habe ich nie erhalten."
- "Ich bekomme täglich fast 100 eMails,
da kann ich nicht alles lesen, schon gar nicht alles behalten!"
Solche Sätze müssen nicht sein.
Auch wenn es immer und immer wieder passiert! Belasten Sie sich
nicht mit unnötigen Arbeiten.
Als Projektleiter haben Sie die Möglichkeiten,
Ihre Kommunikation im Projektteam so zu gestalten, dass sie den
konkreten Bedürfnissen entspricht. Diese Chance sollte der
Projektleiter nutzen! Dann ermöglicht er ein reibungsfreies
Kommunizieren. Gleichzeitig erspart er sich und seinem Projektteam
viele Frustrationen sowie die Verschwendung von Zeit und Geld.
Um optimal zu kommunizieren, müssen die
individuellen Bedingungen des Projekts berücksichtigt und
die Abläufe und technischen Hilfsmitte angepasst werden.
Was sind die Schwerpunkte, worauf sollte man besonders achten?
Erfahrungen aus einen IT-Entwicklungsprojekt
Im Projekt "MTS Web Hosting", bei
dem Dr. Homberg als externer Projektmanager eingesetzt war, wurde
ein Internet-Produkt entwickelt. Die Beispiele dürfen genannt
werden, ohne Betriebsgeheimnisse zu verraten: das Projekt nahm
am "Der Internationale Deutsche Projektmanagement Award
2001" teil. Es erreichte den Finalisten-Status und damit
einen der 6 besten Plätze. Es gab dementsprechend Veröffentlichungen
und Präsentationen.
Begonnen wurde mit einem virtuellen Team,
bei dem alle Teammitglieder nur Teilzeit am Projekt arbeiteten.
Sie gehörten zu mehrere Organisationseinheiten.
Das änderte sich im Sommer: das Projekt bekam festes Vollzeit-Personal,
und ein eigenes Büro. Mittlerweile umfasste es sieben feste
Mitarbeiter, Diplomanden, Werkstudenten und einen externen Projektmanager.
Hinzu kamen 30 Siemens-Mitarbeiter aus anderen Abteilungen, die
Teilzeit mitarbeiteten, sowie mehrere externe Partnerunternehmen.
Die Kommunikation im Team lief anfangs, wie
zu erwarten, nicht ganz rund. Die Lösung: der Projektleiter
ernannte ein Mitglied des Kernteams zum "Communication Manager".
Seine Aufgabenschwerpunkte waren
die "weichen" Faktoren der Kommunikation:
- der Kümmerer und die Gute Seele des
Projektteams
- das Erkennen und Schlichten von aufkeimenden
Konflikten (übrigens ein Punkt, der beim Vortrag in Dortmund
diskutiert wurde: bei dem Erkennen und Schlichten von Konflikten
ging es um die zwischenmenschlichen Konfliktpotentiale, nicht
um sachbezogene Meinungsverschiedenheiten: Sachthemen wurden
im wöchentlichen Jour-Fix besprochen)
- Integrator
- permanenter Ansprechpartner für alle
ebenso wie die "harten" Faktoren:
- Aufbau der Kommunikationsabläufe
- und der hierauf aufbauenden EDV-Unterstützung
Die Diskussion im Vortrag zeigte, dass nur in ganz wenigen Projekten
die konkrete Benennung des "Communication Manager"
erfolgt. Manchmal nimmt ein Teammitglied diese Rolle eher zufällig
wahr, aufgrund seiner persönlichen Eigenschaften. Oft fehlt
eine solche "Gute Seele" vollständig, mit entsprechenden
schlechten Auswirkungen auf die Team-Kommunikation.
Übrigens: die Rolle des "Communication
Manager" muss nicht immer eine Vollzeit-Aufgabe sein. In
dem Beispiel-Projekt arbeitete diese Person auch an weiteren
Arbeitspaketen.
Die Erfahrungen aus dem Projekt und auch die
Diskussionsbeiträge zeigten, dass ein benannter "Communication
Manager" viel zum Projekterfolg beitragen kann. Voraussetzung
hierzu ist allerdings, das nicht irgendwer mit dieser Aufgabe
betraut wird, sondern jemand, der entsprechend seiner sozialen
Kompetenz hierzu in der Lage ist. Und der außerdem von
den Teammitgliedern in dieser Rolle persönlich akzeptiert
wird!
Die Erfolgsfaktoren
bei der Einführung neuer guter Verfahren
werden immer wieder genannt, doch in der Umsetzung oft sträflich
vernachlässigt. Dr. Homberg erinnerte hier vor allem an:
- das Engagement des Chefs
- das Engagement und Vorbildfunktion des Projektleiters
- das frühzeitige Einbindung des Teams
- die Erwartung, dass Veränderungsprozesse
und neue Verfahren bei den Betroffenen zu Ängsten und Konflikten
führen können
Die Realisierung ist ...?
Genau, ein Projekt!!! Also kann sie mit dem
Methoden des PM realisiert werden, z. B. mit einem bewährten
Ablauf:
- Konzept- und Zielfindungsphase
- Workshop zur Festlegung der individuellen
Lösung
- detaillierte Planung des weiteren Projektablaufs
(Kosten, Termine, Leistungen, beteiligte Personen, ... )
- Freigabe
- Realisierungsphase (Abläufe, technische
Unterstützung)
- Schulung des Teams
- Inkraftsetzung
- Nutzung der Vorteile, ggf. Coaching, bewusste
Kommunikation über die Verfahren, die Vorteile, etc, Training
on the Job, kontinuierliche Verbesserung
Aktuelle EDV-Tools zur Unterstützung
Nochmals zur Erinnerung: EDV-Tools sind praktisch
wertlos, wenn die Kommunikations-Abläufe fehlen oder nicht
gut sind. Erst, wenn die gewünschten Abläufe festgelegt
sind, können die passenden EDV-Tools ausgewählt, angepasst
und eingeführt werden.
Welche neuen Arbeitshilfen für die Team-Kommunikation
gibt es, welche EDV-Tools stehen zur Verfügung? Einen Einblick
bot die Online-Demonstration von zwei internetbasierten Projekt-Portalen.
Der Vorteil beider Portale: die Teammitglieder
können auf alle Projektdaten immer und von überall
zugreifen. Mit allen Vor- und Nachteilen, die das Internet bietet.
Nachteile? Ja, die gibt es, hier wird vor allem immer die angeblich
mangelnde Sicherheit genannt. Andererseits nutzen online-Banken
das Internet, haben hierzu bestimmte Sicherheitsstandards entwickelt.
Diese Sicherheitsstandards kann man auch in der Projektarbeit
nutzen. Und wem das zu wenig ist? Nun, dann hat man eine besondere
Herausforderung zu meistern, die voraussichtlich nicht mit einem
Serienprodukt zu lösen sein wird. Aber für alle Anderen
gilt, sich erst einmal zu informieren, welchen hohen Standard
man im Internet mittlerweile realisiert hat, wenn man bestimmte
Verfahren einhält. Also, nun zu den Beispielen:
Das erste Portal ist ein Gratis-Portal aus dem Hause Microsoft.
Es heißt "communities.msn" und ist nach dem subjektiven
Fazit von Dr. Homberg vor allem für kleinere Projekte geeignet,
bei denen es nicht um "Geheimnisse" geht und bei denen
wenig oder kein Geld zur Verfügung steht.
Außerdem eignet sich msn communities.msn
sehr gut, um einem Projektteam, dass bisher noch nicht mit einem
solchen System gearbeitet hat, den Portalgedanken und dessen
Vorteile näherzubringen. Erreichbar ist es unter http://communities.msn.de
Anschließend wurde online demonstriert, welche Funktionen
das kostenpflichtige Projektportal projectplace für die
professionelle Projektarbeit bietet.
Hierbei schilderte Dr. Homberg auch seine
persönlichen Erfahrungen aus dem Einsatz in Projekten. Nachdem
er etliche Monate auf der Suche nach einem guten Projektportal
war, nutzt er nun projectplace in seinen Projekten,
- da es die Ansprüche an den Leistungsumfang
für den professionellen Einsatz erfüllt
- bei neuen Projekten sofort zur Verfügung
steht
- kostengünstig ist.
Projectplace erreicht man unter http://www.projectplace.de Unter dieser Adresse
können Sie das Portal auch ein paar Tage kostenlos testen.
Das Fachbuch zum Thema
Zum Abschluss der Veranstaltung wies der Referent
auf sein gerade erschienenes Fachbuch hin:
Autor Michael Homberg beschreibt unter dem
Buchtitel "Profitable
Projekt-Kommunikation", wie das Projekt-Team immer optimal
kommuniziert und so viel Zeit und Geld spart.
Das Buch mit der ISBN 3-9808149-0-4 kostet
14,95 EUR und ist ab sofort in jeder Buchhandlung erhältlich.
Referentendaten:
Dr. Michael Homberg, Management-Beratung Dr.
Homberg, Weidenberg
Tel: 092 78 / 98 379
eMail: mh@Projekt-Management-Service.com
Internet: www.Projekt-Management-Service.com
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